25. Juni 2017: Vernissage “Schluchten von Licht”

Vernissage zur Ausstellung von Bettina Bohn „Schluchten von Licht“ mit Uli Führe und Markus Manfred Jung in der evangelisch-lutherischen Kirche (Gemeindesaal) in Steinen – 25.06.17 11:15 Uhr

 Ein schöner Vormittag!  Der Gemeindesaal war voll mit Interessierten, die zur Vernissage „Schluchten von Licht“ gekommen waren. Sie kamen nicht nur aus Steinen, sondern auch aus der weiteren Umgebung und fanden sich zum Teil erstmals in den Gemäuern der Gulbranssonkirche wieder. Auch Pfarrer Heinicke war angereist. Neun Jahre kennen sich die Künstlerin Bettina Bohn und unser Pfarrer durch ihre pädagogische Arbeit am Meret-Oppenheim-Schulzentrum in Steinen. Nun ist es gelungen, die Ausstellung mit den Bildern der Lehrerin in den Gemeindesaal zu holen. Markus Manfred Jung führte in die Trilogie des Gezeigten und Gehörten ein. Bilder und Texte sind während gemeinsamer Studienaufenthalte auf Sylt entstanden, man habe Ähnliches erlebt, jedoch hat weder Bettina Bohn Bilder zu den Texten ihres Mannes gemalt noch hat dieser zu ihren Bildern getextet. Inspiriert durch beides flossen Komponist und Freund Uli Führe die Noten und musikalischen Szenen aufs Papier. Oder eher in Gitarre und Stimme? Nach dem Buch „Schluchten von Licht“ entstand somit die CD „fedreliicht“. Der Alemanne Jung schrieb außer Mundartgedichten auch Verse auf Hochdeutsch. Wohl auch beeinflusst von der norddeutschen Region auf Sylt. Und ab und zu übersetzte er auch die alemannischen Texte in „seine erste Fremdsprache“ hochdeutsch. Im Wechsel lasen Bettin Bohn (hochdeutsch) und er (alemannisch) diese Stellen des Buches. Ganz unterschiedlich wie die Sprache kamen die Texte gefühlsmäßig herüber. Das Publikum lauschte interessiert und gespannt – im Hintergrund die Bilder der Künstlerin, einerseits raue See und Wellen, andererseits ruhige Schwarzwaldtannen.

Vernissage Schluchten von Licht 2

Alte Frauen mit runzligen Gesichtern und abgearbeiteten Händen, doch freundlich schauend, sind ebenso Motiv wie Wurzelholz gemalt auf handgeschöpftes Japanpapier. Spannend erklangen die Lieder, die Uli Führe zu den Texten von „Schluchten von Licht“ sang, rezitierte oder sprach. Zusammen mit Technik und Playback überspielte der alemannische Text den hochdeutschen – oder war es umgekehrt? Als ob Führe mit dem Aufnahmegerät spielte, mal instrumental, mal ohne Musik, mal mit hoher – fast fraulich anmutender Stimme, mal tiefer. Oder gar mit Scat-Gesang bei „liebi gwohnet“ – untermalt mit „Dum-da-dum-dudu“. Es war ein faszinierender Vormittag mit diesen drei Künstlern. Die Eindrücke von Lyrik, Musik und Malerei verflossen fast ineinander. So als überlegte man mit Jungs Worten: „windewund / wie werden aus / wörtern worte / chunnt us de wörter s wort / wie denkt mich / die sprache fort / findefund“. Beeindruckt vom Gehörten wandte man sich im Anschluss mit einem Getränk in der Hand den Bildern zu, blätterte im Buch oder unterhielt sich.

Vernissage Schluchten von Licht 1

Das Buch ist im Drey-Verlag erschienen und kann im Buchhandel bezogen werden oder bei „www.bettinabohn.de“. Die CD „fedreliicht“ ist nach den Worten Führes „wirklich e bsundri alemannischi CD mit viel unerhörtem, viel experimentellem, verschiedene Stil und Farbe. S‘ Alemannische goht mit de Musik neui Weg“. Bestellt werden kann sie bei www.fuehre.de

Die Bilder hängen noch bis August im Gemeindesaal.