21. Mai 2017: Waldgottesdienst in Hägelberg

Waldgottesdienst Mai 2017 1Ein Gottesdienst im Wald hat etwas Besonderes. Umgeben von Bäumen, in diesem Jahr auch unter blauem Himmel, entspannt auf Bänken sitzend, war er ein richtiges Frühlingserlebnis. Auf unterschiedliche Weise kamen die Besucher heran: Per Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto bis zum Waldparkplatz. Nur einer durfte bis zur Hütte fahren: Markus Sturm, denn er hatte Bänke, Getränke, Proviant und das Kreuz für den Altar in einem Anhänger zur Saatschulhütte nach Hägelberg transportiert. Sogar ein Bauer aus Hägelberg kam, jedoch nur um zu sehen, ob sein Ochse aufgetaucht ist, der ihm ausgebüxt war. Nein, er hatte es sich wohl anders überlegt, als er das Grillfeuer sah. Unser Pfarrer hatte nicht nur die Predigt zum Thema Bäume verfasst, die bekannten Lieder „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ und „Wie lieblich ist der Maien“, begleitet von Gitarre (Kai Thierbach), Klarinette (Helen Hughes) und Mandoline (Karl-Heinz Klemke) wurden fröhlich gesungen. Unter dem Lutherspruch: “Ein baum, da man schatten von hat, soll man sich fur neygen” stand der Waldgottesdienst in diesem Jahr, natürlich auch passend zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Da war es naheliegend, dass Thierbach die Floskeln „Auf dem Holzweg sein“, „Auf Holz klopfen“ einfielen. Passend fand Helga Serrano-Miksch auch ein schönes Gedicht von Hilde Domin (es war bereits Teil der Predigt):

Man muss weggehen können
und doch sein wie ein Baum;
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft
und wir ständen fest.

En Baum ist Leben, daher sollen wir achtsam und verantwortlich mit der Schöpfung umgehen, denn wo Bäume sterben, stirbt das Leben, mahnte Kai Thierbach.

Waldgottesdienst Mai 2017 2Viel Leben herrschte nach dem Gottesdienst: Die Gemeindeglieder zauberten Salate und Teig für Stockbrot aus ihren Rucksäcken, legten Steaks oder Würste auf den Grill über dem Lagerfeuer und genossen den Sonntagmittag bei der schön renovierten Hägelberger Saatschulhütte.